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Agile Softwareentwicklung – Das müssen Sie beachten!

Agile Methoden sind die Antwort auf Probleme und Herausforderungen der heutigen Zeit. Sie finden ihren Ursprung in der Softwareentwicklung und sind als Folge daraus entstanden, dass ein starrer Entwicklungsprozess für die Programmierung deutlich zu unflexibel ist. Ein Reagieren auf anfallende Schwierigkeiten des Prozesses wird hierdurch ermöglicht. Welchen Hintergrund die agile Softwareentwicklung hat, auf welchen Prinzipien sie basiert, welches Framework das richtige für Sie sein könnte und vieles mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

In diesem Artikel erwartet Sie:

1. Agile Softwareentwicklung: Definition und Entstehung

Bis rund um das Jahr 2000 stand das Entwickeln von Software nach dem Wasserfall-Modell an erster Stelle. Man folgte einem festen Phasenplan, hatte ein klares Ziel und die Zeit war der größte Gegner. Der Prozess ist allerdings ein ziemlich versteifter, da das Zurückkehren auf vorherige Entwicklungsstufen nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt war– die Zeit war schließlich der Feind. Doch hierunter musste die Qualität vieler Entwicklungsprozesse leiden, vor allem bei Projekten, deren Umsetzung einen größeren Zeitraum in Anspruch nahmen. Außerdem konnte man so nicht auf die Änderungen des Marktes reagieren, sodass eine Großzahl der Projekte vor der Veröffentlichung wieder storniert wurden. Deshalb sah man sich nach einer Alternative um, die eben genau bei diesen Problemen ansetzt: Die agile Entwicklung. Diese hat einen iterativen – also wiederholenden – Ansatz, bei dem sich das Ziel mit der Zeit mehrmals ändern kann. Veränderte Anforderungen auf dem Markt stellen hiermit also kein Problem mehr dar, da sofort reagiert werden kann und die Software sehr variable entwickelt wird. Während bei dem Wasserfallmodell die Zeit priorisiert wurde, wird hier das Hauptaugenmerk auf die Qualität und Variabilität des Prozesses gelegt. Stetige Prozessverbesserungen bei der Softwareentwicklung, aber auch im Projektmanagement selbst, sind die positiven Effekte hiervon. Zur Vereinfachung haben wir noch einmal die wesentlichen Unterschiede zwischen dem klassischen Projektmanagement und dem agilen Projektmanagement dargestellt:

Klassische Softwareentwicklung Agile Softwareentwicklung
• starrer Entwicklungsprozess
• klare Anforderungen zu Beginn
• Kunde sieht nur Endergebnis
• hohe Kosten bei späten Änderungen
• sequenzieller Entwicklungsprozess
• stetige Prozessverbesserungen
• präzise Anforderungen werden erst später klar
• Kunde wird in den Prozess integriert
• geringe Kosten für späte Änderungen
• wiederholender Entwicklungsprozess


2. 12 Leitsätze & Prinzipien der agilen Softwareentwicklung

Die Prinzipien der agilen Softwareentwicklung bilden das Grundgerüst für die agile Arbeit. Im sogenannten “Agilen Manifest” werden 12 Prinzipien beschrieben:

  • Oberste Priorität ist, dem Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung einer wertvollen Software zufrieden zu stellen.
  • Veränderte Anforderungen beim Entwickeln werden unabhängig vom Zeitpunkt befürwortet, um dem Kunden so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
  • Eine funktionsfähige Software muss in regelmäßigen und kurzen Zeitspannen an den Abnehmer ausgeliefert werden.
  • Die tägliche Zusammenarbeit von Fachexperten und Entwicklern sollte der Standard sein.
  • Setze die motivierten Mitarbeiter nicht neben die Projekte, sondern die Projekte neben die motivierten Mitarbeiter. Stellen Sie ihnen die benötigten Ressourcen zur Verfügung und vertrauen Sie auf deren Gewissheit.
  • Suchen Sie das direkte Gespräch, um so Informationen effektiv und effizient an andere Teammitglieder zu übertragen.
  • Die Funktionsfähigkeit der Software gilt als priorisiertes Fortschritts Maß.
  • Das Arbeitstempo sollte von Auftraggebern, Entwicklern und Benutzer möglichst gleich sein, um so eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
  • Haben Sie das Augenmerk ständig auf dem Design und der technischen Exzellenz.
  • Die Einfachheit von Prozessen ist essentiell und zielführend.
  • Durch selbstorganisierte Teams entstehen die besten Entwürfe, Anforderungen und Architekturen für die Software.
  • Das regelmäßige Reflektieren des eigenen Verhaltens dient dazu, das Verhalten nachhaltig und effizient zu anpassen.

Zu diesen 12 Prinzipien kommen noch vier weitere Leitsätze hinzu:

  1. Der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt bei Mitwirkenden des Projektes und deren Handlungen – erst danach kommen die Prozesse selbst. Der Zweck davon ist, dass nur so die notwendige Flexibilität entsteht, um auf mögliche Veränderungen des Marktes zu reagieren.
  2. Ein funktionsfähiges Produkt hat Vorrang gegenüber einer ausführlichen Dokumentation. Das bedeutet nicht, dass die agile Vorgehensweise die Dokumentation abschafft, sondern vielmehr auf das Nötigste reduzieren möchte, um den Mitarbeitern den erforderlichen Freiraum zum Entwickeln zu geben.
  3. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden steht im Vordergrund. Ein klassisches Projekt beginnt mit der Vertragsverhandlung und endet mit der Abnahme des Projekts. Bei der agilen Vorgehensweise hingegen wird der Kunde intensiv in den Entwicklungsprozess mit eingebunden, um so optimal auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können.
  4. Das Reagieren auf veränderte Kundenwünsche ist wichtiger als das Verfolgen des ursprünglichen Plans. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo die Änderungsgeschwindigkeit der Anforderungen höher denn je zuvor ist, spielt die Flexibilität eine deutlich größere Rolle. Neue Ideen oder “Best Practices” können so schnell dem Projekt hinzugefügt werden.

Agile Software-Entwicklung hilft, extrem kundenzentriert vorzugehen. Das bedeutet, sich zum einen an den Bedürfnissen der späteren Nutzer zu orientieren und zum anderen immer im Blick zu halten, dass der Auftraggeber des Software-Produkts erfolgreich wird. Nur mit diesem Vorgehen ist der Entwicklungsfortschritt für den Auftraggeber jederzeit transparent, und es ist möglich, den RoI des Auftraggebers zu optimieren.

Konstantin Diener, CTO @ cosee GmbH

3.  Die richtige agile Methode für Ihr Software Projekt

Alle agile Methoden basieren auf den Ansätzen des Lean Thinking. Dieses aus der Produktion stammende Konzept legt den Fokus auf Werthaltigkeit, Wertströme, Qualität, Flussorientierung und dem Pull-Prinzip. Die methodischen Ansätze und Ausgestaltungen unterscheiden sich allerdings untereinander. Was die verschiedenen Methoden ausmacht erfahren Sie hier –  suchen Sie nach einer Empfehlung für eine agile Methode, lesen Sie gerne unser Fazit.

  1. Scrum: Die Scrum-Methode ist wohl die meist verbreitete agile Vorgehensweise. Darunter versteht sich eine einfache Struktur, bei der eine Aufgabe in verschiedenen kleinen Scrum-Teams und unter der Hierarchie von Product Ownern geführt werden. Die Abläufe der Teams finden koordiniert und täglich statt, ebenso wie die regelmäßig im Team geführten Meetings. Welche Rollen es außerdem im Scrum gibt, finden Sie im nächsten Abschnitt.
  1. Kanban: Bei dieser Methode handelt es sich um eine vereinfachte Abwandlung der Scrum-Methode. Auch hier werden Teams gearbeitet, die alle an einem Software Projekt arbeiten. Allerdings sind hier die Rollen innerhalb der Teams nicht fest zugeordnet, weshalb die Verantwortlichkeiten oftmals ineinander übergehen. Eine bestimmte Größe für Teams gibt es hier im Vergleich zum Scrum auch nicht. Die Anzahl der Meetings stellen einen weiteren Unterschied dar– während beim Scrum ein tägliches Meeting zum Reflektieren und Optimieren benutzt wird, gibt es beim Kanban auch hier keine festen Regelungen. Die Meetings werden sozusagen nach Bedarf einberufen.
  1. Extreme Programming (XP): Das Extreme Programming ist wiederum eine komplexere Abwandlung des Scrums. Das Prinzip von Teams und den iterativ wiederkehrenden Sprints besteht auch hier, doch wird die Flexibilität bei dieser Methode maximiert. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Sprints der einzelnen Teams in einem kürzeren Zeitraum stattfinden – hier 2 Wochen. Innerhalb eines Scrum-Sprints ist es nicht erlaubt, bestimmte Änderung zu vollziehen. Beim Extreme Programming hingegen wird genau diese Flexibilität gewünscht. So können hier die Features auch innerhalb eines Sprints abgeändert werden, um den Wert des Produkts optimal zu steigern.

4. Rollen und Begriffe im Scrum

Agile Methoden, welche bei der Entwicklung von Software eingesetzt werden, haben Sie nun also kennengelernt. Dass das Arbeiten in flexiblen und kleinen Teams bei der agilen Softwareentwicklung wichtig ist, wissen Sie auch bereits. Allerdings denken nun viele, dass es keine festen Prozesse beim Entwickeln einer Software gibt. Dem ist aber nicht so. Deshalb hier einmal für Sie – Die Rollen und Begrifflichkeiten aus der verbreitetsten agilen Methode für die Softwareentwicklung: Scrum.

Im Scrum lassen sich drei wesentliche Rollen vorfinden:

  • Product Owner: Der Product Owner ist für die Wertsteigerung des zu produzierenden Produktes verantwortlich. Hiervon gibt es in der Regel nur einen.
  • Scrum-Master: Ein Scrum-Master ist dafür verantwortlich, dass die Regeln und Abläufe im Scrum eingehalten werden. Außerdem unterstützt er das Team dabei, Scrum korrekt zu verwenden. Es sollte nur einen Scrum-Master geben.
  • Entwickler: Zu den Entwicklern gehören all jene, die das Software mitentwickeln bzw. auf diese einwirken. In der Regel erledigen das 3-9 Leute pro Team.

Zu diesen Rollen kommen weitere Begriffe ins Spiel, die Sie ebenfalls kennen sollten. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Begriffe:

  • Backlog: Gesamtheit aller offenen Aufgaben
  • Sprint: Dient der Bearbeitung einer Aufgabe aus dem Backlog; dauert in der Regel 2-4 Wochen
  • Daily Scrum: täglich wiederkehrendes 15-Minuten-Meeting; beschäftigt sich mit den Fragen: Was wurde seit dem letzten Sprint erreicht? Welche Aktivitäten stehen heute an? Gibt es Hindernisse bei der Erfüllung der Aufgaben?
  • Sprint Review: Rückblick auf den vergangenen Sprint; Vorstellung der Ergebnisse an die Stakeholder; Backlog eventuell anpassen

5. Kosten & Abrechnungsmethoden der agilen Entwicklung

In der heutigen Zeit ist oftmals der Mythos vertreten, dass das agile Projektmanagement an sich aber auch explizit die agile Softwareentwicklung teurer ist als die ,normale‘ Alternative. Wir können bereits an dieser Stelle sagen: das ist schlicht und einfach falsch. Agile Entwicklung ist grundsätzlich nicht teurer als die Alternativen. Ob nun das Entwickeln als agile Methode oder als starre Methode teurer oder günstiger ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Ein wichtiger Faktor ist Ihr Projekt. Planen Sie ein kurzweiliges Projekt, in dem Sie beispielsweise eine existierende Software oder einen bestehenden Onlineshop überarbeiten lassen möchten, ist die Wahl einer agilen Methodik vielleicht nicht die richtige. Diese lohnen sich nämlich erst ab einem gewissen Grad der Komplexität. Wie Sie bereits gelesen haben, wird in vielen Entwicklungsmöglichkeiten in kleineren Teams gearbeitet, die sich in wiederkehrenden Meetings über Ihren Erfolg austauschen. Je mehr Personal für Ihr Projekt benötigt wird, desto mehr Stundensätze werden Ihnen berechnet. Das kann im Zweifel teurer werden, sobald Sie nicht von der agilen Vorgehensweise profitieren.

Doch wann genau können Sie von den agilen Methoden profitieren?

Wenn Sie sich zu Beginn noch nicht komplett über Ihre Anforderungen des Entwicklungsprozesses bewusst sind. Dank den verschiedenen Teams und den wiederkehrenden Meetings im agilen Management haben Sie dort die Möglichkeit, sich aktiv an Ihrem Projekt zu beteiligen. So bekommen Sie nach jedem iterativen Sprint ein funktionstüchtiges Produkt vorgestellt, worauf Sie basierend weiter Vorschläge und Ideen mit einbringen können. Die vielen verschiedenen Mitwirkenden, bringen Diversität in die Entwicklung Ihrer Software und somit verschiedene Ansichten und Ideen für das Projekt.

Und aus diesem Grund sehen auch die Abrechnungsmethoden bei agilen Methoden anders aus. Die wohl gängigste Methode der Abrechnung ist hier die Abrechnung nach Aufwand. Hier wird zu Beginn des Projektes besprochen, wie viele Mitarbeiter das Team beinhalten muss und wie viele Monate für die Fertigstellung benötigt werden. So wird der Stundenpreis pro Mitarbeiter auf die Anzahl der Mitarbeiter und die geleisteten Stunden verrechnet. So haben Sie zwar keinen Maximalpreis, doch Ihr Produkt wird am Ende optimal entwickelt sein. Dieses Modell gibt es alternativ allerdings auch mit Obergrenze.

Eine etwas andere Abrechnungsmethode ist hier der agile Festpreis. Hier wird an erster Stelle ein Treffen des Auftraggebers und des Entwicklerteams vereinbart.  Dabei werden die Projektanforderungen und Projektziele festgelegt. Darauf aufbauend folgt eine sogenannte Testphase, die aus 3-5 Sprints besteht. So wird das Produkt des Kunden von Beginn an neu entwickelt, sodass er am Ende jedes Sprints ein funktionstüchtiges Produkt, ein sogenannten MVP (minimum viable product), hat. Ist die Testphase nach den Sprints vorbei, müssen sich die Beteiligten ein weiteres Mal treffen, um die Prozesse zu reflektieren und im Optimalfall einen vertraglich bindenden Festpreis Rahmen zu vereinbaren. Hier wird auch darüber verhandelt, wie die Kosten bei Budgetüberschreitung aufgeteilt werden und wer somit für das Risiko birgt. Diese Methode bietet sich insbesondere dann an, wenn sie ein komplexes Vorhaben planen, bei denen sowohl die Anforderungen als auch die Risiken noch nicht klar sind. Allerdings müssen Sie sich auch im Klaren sein, dass Ihr Produkt durch den agilen Festpreis teurer ausfallen könnte. Der Grund hierfür ist, dass der Entwickler Ihres IT-Projekts das Risiko, dass er am Ende auf den unerwarteten Kosten sitzen bleibt, monetarisieren wird.

6. Agile Softwareentwicklung: Vorteile und Nachteile

Es verbergen sich verschiedene Vorteile und Nachteile hinter der Möglichkeit, eine Software agil entwickeln zu lassen. Diese werden im Folgenden ausführlich erläutert– eine Übersicht folgt am Ende dieses Abschnittes.

  1. Agile Softwareentwicklung: Vorteile
  • Erhöhte Annahmebereitschaft von Veränderungen: Rückstände haben bislang bei starren Prozessen eine große Nervosität ausgelöst. Dank agiler Methoden hingegen können gewisse Rückstände im nächsten Sprint priorisiert werden. Diese flexible Unternehmenskultur wird Ihr Unternehmen weiter nach vorne bringen.
  • Verbesserte Kundenbeziehung: Ein weiterer Vorteil agiler Softwareentwicklung ist definitiv die verbesserte Kundenbeziehung. Da der Kunde hier intensiv in die Entwicklung miteinbezogen wird, fungiert er gleichzeitig als Hauptantrieb für Verbesserungen. Dank der regelmäßigen Meetings lernen Sie Ihren Kunden zugleich besser kennen und können verstehen, welche Anforderungen er an Sie hat.
  • Weniger Fehlentscheidung: Aus der engen Zusammenarbeit mit dem Kunden resultiert der Vorteil, dass es oft gar nicht erst zu Fehlern kommen kann. Durch das regelmäßige Einwirken des Kunden können so Fehlentscheidungen gemieden und somit auch Kosten gespart werden.
  • Reflexion & Optimierung: Agile Projekte eignen sich besonders dafür, wenn sich auf Basis des Ergebnisses eine Reflexion und Optimierung durchführen kann. Das gilt allerdings nicht nur für die Teams, sondern auch die Kunden. So können sich alle Beteiligten am Ende über den Prozess austauschen und die Rahmenbedingungen für ein potentielles zukünftiges Produkt festlegen.
  1. Agile Softwareentwicklung Nachteile
  • Ungenauigkeit: Ein häufiges Phänomen bei der Verwendung agiler Prozesse ist, dass die Präzision von Projekten im Laufe der Zeit abnimmt. Da sich die Marktbedingungen und Kundenanfragen zu jedem Zeit ändern können, müssen die Aufgaben regelmäßig neu priorisiert werden. Hieraus resultiert die Gefahr, dass bestimmte Aufgaben unvollendet bleiben.
  • Fachkräftemangel: Agile Teams finden in der Regel mit wenigen Teammitgliedern statt. Das Fachwissen für das agile Vorgehen sollte allerdings in jedem Team gegeben sein, da sonst verschiedene Probleme auftreten könnten. Ein gutes Kommunikationsmanagement und flexibles Denken könnten zum Beispiel Anforderungen an Ihre Teammitglieder sein.
  • Fehlende Dokumentation: Wo agil und flexibel gedacht wird, leidet die Dokumentation oftmals. Diese genau die Dokumentation der vielen Prozesse ist notwendig, um den unterschiedlichsten Stakeholdern am Ende gerecht zu werden.
  • Fehlendes Engagement: Die Teams einer agilen Methode bestehen aus wenigen Mitgliedern. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Mitarbeiter sich auf Ihren Sprint fokussieren und andere Aufgaben erst einmal delegieren. Sollte einer Ihrer Mitarbeiter zeitlich überfordert sein, könnte das Engagement darunter leiden und das Ergebnis Ihres agilen Projekts könnte verschlechtert werden.
  • Abweichung vom ursprünglichen Plan: Eine weitere Herausforderung beim agilen Entwickeln einer Software ist die Differenz zwischen dem Endprodukt und der ursprünglichen Idee. Sollten sich die Anforderungen des Kunden innerhalb des Prozesses zu oft ändern, besteht die Gefahr einer gegensätzlichen Vorgehensweise. Dienen die Anpassungen allerdings dazu, dem Produkt einen Mehrwert zu verschaffen, sollten Sie diesen auf jeden Fall nachgehen.
Vorteile agiler Softwareentwicklung Nachteile agile Softwareentwicklung
• erhöhte Annahmebereitschaft
• mehr Kreativität
• bessere Kundenbeziehung
• weniger Fehlentscheidungen
• stetige Reflexion & Optimierung
• mögliche Ungenauigkeiten
• Fachkräftemangel
• ungenaue Dokumentation
• geringeres Engagement
• Abweichungen vom Plan (oft auch positiv)


7. Fazit: Lohnt sich eine agile Softwareentwicklung?

Sie haben in diesem Artikel alles rund um die agile Softwareentwicklung erfahren. Hier sollen noch einmal zusammenfassend Kriterien genannt werden, warum sich das Verwenden der agilen Methoden für Ihr Software Projekt lohnen könnte.

Bevor Sie sich allerdings für oder gegen die Verwendung agiler Methoden entscheiden, sollten Sie erst einmal Benchmarking betreiben. Aus diesem Grund sehen Sie im Folgenden eine Statistik zur Relevanz spezifischer Arbeitsmethoden im Unternehmensalltag, mit dem Fokus auf die agile Entwicklung. In der Umfrage befragt wurden etwa 5.000 Probanden.

Arbeitsmethoden Statistik
Relevanz agiler Vorgehensweise bei der täglichen Arbeit.


Wie Sie sehen, schneidet sowohl das agile Projektmanagement als auch die agilen Methoden in der Umfrage sehr gut ab. Da die agile Vorgehensweise allerdings erst seit knapp 20 Jahren etabliert ist, hat diese in einem kurzen Jahren eine außerordentliche Entwicklung durchlaufen.

Doch wann lohnt sich eine agile Softwareentwicklung überhaupt? Zwei grundlegendes Kriterium, welches Sie für die Wahl Ihrer Vorgehensweise berücksichtigen sollten, sind die Anforderungen und der Lösungsweg. Je bewusster Sie sich dieser Variablen sind, desto mehr lässt sich von der agilen Methodik abraten. Diese greift nämlich genau dann, wenn Sie grobe Vorstellungen an Ihr Projekt haben, sich über das genaue Vorgehen aber noch nicht bewusst sind. Sollten Sie sich nun für die agile Softwareentwicklung entscheiden, haben Sie die Methoden Scrum, Kanban und Extreme Programming kennengelernt.

Welche dieser Methoden nun zu Ihnen passt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Allerdings gibt es drei Kriterien, an denen Sie sich bei der Wahl einer geeigneten Methode orientieren können:

  1. Agile Erfahrungswerte
  • Wie viele Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit der agilen Vorgehensweise?
  • Wie komplex ist Ihr Unternehmen bzw. das zu entwickelnde Produkt?
  1. Planbarkeit
  • Wie planbar ist das zu bearbeitende Produkt?
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für unerwartete Veränderungen?
  1. Komplexität
  • Wie und komplex und welches Volumen nimmt das Produkt ein?

Auf diesen Kriterien basierend lassen sich nun folgende Handlungsempfehlungen aussprechen:

  • Handelt es sich bei Ihnen um ein Unternehmen mit geringen agilen Erfahrungswerten, sollten Sie sich ebenfalls auf eine agile Methode mit geringer Komplexität fokussieren. Obgleich Sie ein Projekt mit höherer Komplexität planen, sollten Sie sich unbedingt erst einmal grundlegende Kenntnisse der agilen Entwicklung bewusstwerden und diese im Scrum verinnerlichen.
  • Haben Sie bereits erste Erfahrungen in der agilen Softwareentwicklung gesammelt und auch schon Projekte im Scrum durchgeführt, sollten Sie die Wahl der agilen Methode von Ihrem Projekt abhängig machen– genauer gesagt von der Planbarkeit und der Komplexität. Je unplanbarer und komplexer Ihr Vorhaben scheint, desto mehr sollten Sie sich Richtung “Extreme Programming” orientieren.
  • Falls es sich um ein kurzweiliges und unkompliziertes Projekt handelt, sollten Sie sich generell überlegen, ob sich die Vorgehensweise für hier anbietet. Der Aufwand der agilen Entwicklung steht hier meistens nicht im Verhältnis zum Ertrag.

Sie wissen nun also, dass das agile Projektmanagement ein sehr projektbasiertes und kundenorientiertes Management ist. Sollten Ihr Projekt den Anforderungen einer agilen Methodik gerecht werden, sollten Sie diese auf jeden Fall in Ihrem Entwicklungsprozess berücksichtigen. Allerdings sollten Sie bei der Partnerwahl genauestens überlegen, welchen Entwickler Sie Ihre Softwareentwicklung agil durchführen lassen, da die agile Struktur nicht bei allen präzise integriert ist.

Hierbei helfen wir Ihnen sehr gerne! Mit unserer Expertise helfen wir Ihnen gerne dabei, die passende Agentur für Ihr Vorhaben zu finden. Fordern Sie heute noch drei kostenlose und unverbindliche Angebote von agilen Entwicklern an und bringen Sie Ihr IT-Projekt in die nächste Phase.

Lennart Hahn
Louis Heiwig ist seit 2018 Redakteur und Experte rund um das Thema Digitalisierung bei itPortal24.

+49 30 308 09245

l.heiwig@itportal24.de

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